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Übung mit Knalleffekt

Ein letzter Rundumblick, dann drückt Sprengmeister und Pyrotechniker Johannes Freise auf den Knopf. Ein lauter Knall ertönt, sofort ist an einem Wohnwagen dichter schwarzer Rauch und  blitzender Feuerschein zu sehen. Szene einer Übung, die am Wochenende die Kameraden der Löschgruppe Lipperbruch und die der Löschgruppe 3 der Kernstadt in Atem hielt.

 

Mit der Meldung „Person klemmt“ waren die beiden Löschgruppen unter der Einsatzleitung von Bert Schulz gemeinsam mit der IUK Einheit der Feuerwehr zu einem Arbeitsunfall mit zwei Vermissten auf einem Privatgelände gerufen worden. Während einer der Vermissten unter einem Stapel Holz lag, wurde der andere eingeklemmt unter zwei Wasserbehältern mit rund 1600 Liter Inhalt gefunden.

Patientenorientierte Rettung, lautet der Auftrag für die Löschgruppe Lipperbruch, die, geführt von Daniel Gorschlüter, zunächst die Baumstämme sichert und im Anschluss mit Hilfe des Hebekissens den Patienten befreit. Indessen ist die Löschgruppe 3 auf eine andere Situation gestoßen. Ihr Patient liegt unter zwei gefüllten Wassertanks. Um diesen zu befreien, setzt die Gruppe, die unter der Führung von Christian W. Volmer steht, eine Tauchpumpe ein. Nach der Entleerung werden mittels des hydraulischen Spreizers die Tanks angehoben. Sofort startet Sprengmeister Johannes Freise mit einem lauten Knall und viel Rauch den zweiten Part der Übung. Unter einem Abdach steht ein Wohnwagen in Flammen und die drohen auf das Dach überzugreifen. Zudem wird in diesem Bereich noch eine Person vermisst. Beide Gruppen müssen sich jetzt blitzschnell  von der technischen Hilfe auf die neue Situation Brandbekämpfung mit Menschenrettung umstellen. Während die Lipperbrucher Kameraden sofort einen Angriffstrupp unter Atemschutz ausrüsten und  zur Menschenrettung in die Remise schicken, errichten die Lippstädter eine umfangreiche Wasserversorgung und stellen  zudem den Sicherungstrupp. Zum Abschluss der Übung wird mit einem Löschangriff aus drei Rohren das imaginäre Feuer bekämpft.

Am Ende ziehen die beiden Übungsorganisatoren Frank Baier und Jörg Disse gemeinsam mit dem stv. Zugführer Bert Schulz ein positives Resümee der Übung. Der Dank aller Beteiligten gilt Johannes Freise, der als Mitglied unserer Partnerwehr aus Markersdorf in Niederösterreich die Übung mit Hilfe der Pyrotechnik zu einem besonderen Highlight für die Wehrmänner machte. Freise gehört dem Kommando des Sonderdienstes Sprengdienst des Landesfeuerwehrkommandos Niederösterreich an. Insgesamt sind in dieser Spezialeinheit 203 Wehrmänner aktiv. Die Hauptaufgaben des Sprengdienstes sind Beseitigen von Eisstößen, Lawinenauslösesprengungen, Holzsprengungen nach Wind-, Schnee- und Eiskatastrophen, Beseitigung von Verklausungen bei Hochwasser, Gesteinssprengungen bei lockeren Felsen sowie das Rettungs- und Bergesprengen.
Das Rettungs- und Bergesprengen ist eine spezielle Technik, bei der mittels Sprengstoff ein Zugang zu einer eingeschlossenen Person hergestellt wird, der sonst mit den vorhanden Werkzeugen garnicht oder nicht in der gebotenen Zeit herzustellen wäre.

Bericht und Fotos: Dieter Dreier, Feuerwehr Lippstadt

 

 

 

 

 

 

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